Epilepsie beim Hund beschreibt wiederholte Anfälle, die im Gehirn entstehen. Nicht jeder Krampfanfall beim Hund bedeutet jedoch Epilepsie. Die Tierarztpraxis muss Toxine, Stoffwechselstörungen, Leber- oder Nierenprobleme, Gehirnerkrankungen und andere Ursachen ausschließen, bevor idiopathische Epilepsie angenommen wird.
Wichtig: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Zeichen stark sind, plötzlich auftreten oder sich Ihr Tier schnell verschlechtert, wenden Sie sich an eine Tierarztpraxis.
Redaktioneller Hinweis: Zuletzt geprüft: 19. Mai 2026. Dogtorcito hat diesen Inhalt mit tiermedizinischen Quellen abgeglichen und stellt ihn als Orientierung für eine bessere Vorbereitung der Konsultation bereit.
Kurzer Überblick
| Was Sie bemerken | Warum es wichtig ist | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Anfall mit Bewusstseinsverlust | Es kann ein generalisierter Krampfanfall sein. | Wenn sicher, Video machen und Termin vereinbaren. |
| Erster Anfall bei einem erwachsenen oder älteren Hund | Sekundäre Ursachen müssen abgeklärt werden. | Bald tierärztlich abklären, auch bei Erholung. |
| Wiederholte oder lange Anfälle | Risiko für Überhitzung, Verletzungen und Status epilepticus steigt. | Notfall bei mehr als fünf Minuten oder Wiederholung. |
Wann es ein Notfall ist
- Krampfanfall länger als fünf Minuten.
- Mehrere Anfälle an einem Tag oder keine volle Erholung zwischen den Anfällen.
- Erster Anfall, besonders bei Welpen, älteren oder kranken Hunden.
- Verdacht auf Gift, Trauma, Fieber, Unterzuckerung oder Atemnot.
- Schnelle Verschlechterung, bläuliches Zahnfleisch, sehr hohe Temperatur oder lange fehlende Reaktion.
Was Sie während eines Anfalls tun sollten
- Bleiben Sie ruhig und messen Sie die Dauer.
- Entfernen Sie Möbel oder Gegenstände, an denen sich der Hund stoßen könnte.
- Dimmen Sie Licht und reduzieren Sie Lärm oder Reize, wenn das sicher möglich ist.
- Machen Sie ein Video, wenn es sicher ist und die Versorgung nicht verzögert.
- Achten Sie auf Bewusstseinsverlust, Beinbewegungen, Speicheln, Urin oder Kot.
- Wenn der Anfall endet, halten Sie die Umgebung ruhig und kontaktieren Sie den Tierarzt bei Warnzeichen.
Was Sie nicht tun sollten
- Greifen Sie nicht ins Maul: Hunde können ihre Zunge nicht verschlucken und Sie könnten verletzt werden.
- Halten Sie den Hund nicht mit Gewalt fest.
- Geben Sie während des Anfalls kein Futter, Wasser oder Humanmedikamente.
- Baden oder kühlen Sie den Hund nicht plötzlich ab, außer eine Tierarztpraxis weist Sie dazu an.
- Warten Sie nicht zu Hause, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert oder mehrere Anfälle aufeinanderfolgen.
Nach dem Anfall
Es ist häufig, dass ein Hund eine Zeit lang desorientiert, müde, hungrig, durstig, unruhig, wackelig oder visuell irritiert wirkt. Diese postiktale Phase kann Minuten oder Stunden dauern. Wenn er sich nicht erholt, sich verschlechtert, einen weiteren Anfall hat oder Atemnot zeigt, kontaktieren Sie den tierärztlichen Notdienst.
Was die Tierarztpraxis prüfen kann
- Genaue Vorgeschichte und Video.
- Körperliche und neurologische Untersuchung.
- Blutwerte, Glukose, Elektrolyte, Leber- und Nierenfunktion.
- Prüfung von Medikamenten, Parasitenmitteln und möglichem Toxinkontakt.
- Bildgebung oder Liquoruntersuchung, wenn nötig.
Mehr Kontext finden Sie auch unter was Sie während eines Anfalls beim Hund tun sollten, häufige Hundekrankheiten und Haustier-Notfälle.
Welche Daten Sie notieren sollten
- Datum, Uhrzeit und genaue Dauer jedes Anfalls.
- Was vorher, währenddessen und danach passierte.
- Ob Bewusstseinsverlust vorlag.
- Beinbewegungen, Speicheln, Urin, Kot oder Lautäußerungen.
- Wie die Erholung danach aussah und wie lange sie dauerte.
- Möglicher Kontakt mit Giften, Lebensmitteln, Pflanzen oder Reinigungsmitteln.
- Aktuelle Medikamente, Parasitenmittel oder Dosisänderungen.
- Video des Ereignisses, wenn Sie sicher filmen konnten.
- Temperatur und Umgebung, wenn es sehr heiß war.
- Monatliche Häufigkeit zur Therapiebewertung.
Eine geordnete Historie hilft der Tierarztpraxis, Muster zu erkennen statt einzelner Erinnerungen. In Dogtorcito können Sie jeden Anfall mit Datum, Uhrzeit, Dauer, Video, möglichen Auslösern, verabreichten Medikamenten, Erholung danach und Notizen für die Praxis erfassen.
Wie Dogtorcito hilft
Dogtorcito funktioniert als neurologisches Gesundheitsheft für Ihr Tier: Anfälle, Behandlungen, Befunde, Erinnerungen und Verhaltensänderungen bleiben in einem Profil. So kann die Tierarztpraxis Häufigkeit, Muster und Therapieansprechen mit mehr Kontext beurteilen.
FAQ
Ist Epilepsie heilbar?
Viele Fälle sind kontrollierbar, brauchen aber regelmäßige Kontrolle. Dosen nie ohne Tierarzt ändern.
Kann ein Hund seine Zunge verschlucken?
Nein. Verletzungen sind möglich, aber greifen Sie während des Anfalls nicht ins Maul.
Hilft ein Video?
Ja. Es hilft, Krampfanfall, Synkope, Schmerz oder Bewegungsstörung zu unterscheiden.
Quellen
- Merck Veterinary Manual: Epilepsy in Small Animals
- Merck Veterinary Manual: Anticonvulsants for Emergency Treatment of Seizures in Dogs and Cats
- Merck Veterinary Manual: Emergency Care for Dogs and Cats
- ACVIM Consensus Statement: Diagnosis and treatment of status epilepticus and cluster seizures in dogs and cats
- IVETF Consensus Report: International veterinary epilepsy task force consensus proposal