Veterinäruntersuchungen helfen, eine einfache, aber wichtige Frage zu beantworten: Was passiert im Körper deines Hundes oder deiner Katze? Manchmal bestätigen sie einen Verdacht. Manchmal entdecken sie Veränderungen, bevor Symptome deutlich werden. Sie helfen auch, eine Behandlung auszuwählen, eine chronische Erkrankung zu überwachen oder eine Narkose sicherer zu planen.

Nicht jedes Tier braucht die gleichen Tests. Ein Welpe mit Durchfall, eine Katze mit mehr Durst, ein Senior-Hund mit Gewichtsverlust und ein Hund vor einer Operation brauchen unterschiedliche Entscheidungen. Tierärzte kombinieren deshalb deine Beobachtungen, die körperliche Untersuchung und ergänzende Diagnostik.

Wichtig: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn dein Tier Atemnot, Krampfanfälle, starke Blutung, starke Schmerzen, einen aufgeblähten Bauch, Kollaps, Erbrechen mit Blut oder blutigen Durchfall hat, suche sofort tierärztliche Hilfe.

Redaktioneller Hinweis: Erstellt vom Dogtorcito-Team auf Basis veterinärmedizinischer Quellen von Merck/MSD Veterinary Manual für medizinische Tests, Laborwerte und Urinuntersuchung; AAHA für Vorsorge bei Senior-Hunden und -Katzen; und Cornell University College of Veterinary Medicine für bildgebende Diagnostik. Letzte Überprüfung: 19. Mai 2026.

Schnellüberblick: Arten tierärztlicher Tests

TestartWas sie zeigen kannWann sie oft empfohlen wirdBeispiele
Körperliche UntersuchungAllgemeinzustand, Schmerz, Hydratation, Temperatur, Schleimhäute, Herz, Lunge, Bauch, Haut und BeweglichkeitBei fast jedem Besuch, auch vorsorglichUntersuchung, Abhören, Abtasten, Gewicht, Body Condition Score
BlutuntersuchungBlutzellen, Entzündung, Anämie, Blutplättchen, Organe, Glukose und ElektrolyteKrankes Tier, Senior, vor Narkose oder bei Gewichts-, Durst- oder EnergieveränderungBlutbild, Biochemie, SDMA, T4, Gerinnung
UrinuntersuchungNiere, Hydratation, Harnwegsinfektion, Kristalle, Glukose, Protein und SedimentMehr Durst, mehr Urin, Unsauberkeit, Nierenerkrankung, Diabetes oder Senior-CheckTeststreifen, spezifisches Gewicht, Sediment, Kultur, Protein/Kreatinin-Quotient
KotuntersuchungParasiten, Blut, Verdauung, Bakterien oder einige ErregerDurchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust, Welpe oder neu adoptiertes TierKotprofil, Giardia-Test, Flotation, PCR in bestimmten Fällen
BildgebungKnochen, Brustkorb, Bauch, Organe, Massen, Flüssigkeit, Fremdkörper oder innere VerletzungenLahmheit, Trauma, Husten, anhaltendes Erbrechen, Bauchschmerz, innere MasseRöntgen, Ultraschall, CT, MRT
Zytologie und HistologieZellen oder Gewebe unter dem MikroskopNeuer Knoten, nicht heilende Läsion, innere Masse, Ausfluss oder abnorme FlüssigkeitFeinnadelaspiration, Abklatsch, Biopsie, Histopathologie
MikrobiologieMikroorganismen identifizieren und Antibiotika gezielter wählenWiederkehrende oder therapieresistente Harn-, Haut- oder OhrinfektionenUrinkultur, Hautkultur, Antibiogramm
Serologie und SchnelltestsKontakt, Infektion oder Immunantwort auf bestimmte ErregerVerdacht auf Infektion, Adoptionsscreening oder regionales RisikoLeishmaniose, FeLV/FIV, Parvovirus, Antigen- oder Antikörpertests
HerztestsRhythmus, Struktur und Funktion des HerzensHerzgeräusch, Husten, Ohnmacht, Rhythmusstörung, schnelle Atmung oder RasseprädispositionEKG, Blutdruck, Röntgen, Echokardiografie, NT-proBNP

Welche Untersuchung passt zu welchem Symptom?

Diese Tabelle ersetzt keine Untersuchung, zeigt aber die diagnostische Logik.

Beobachtung zu HauseMögliche TestsWarum sie helfen
Hund trinkt und uriniert vielBlut + UrinNiere, Glukose, Urinkonzentration und Stoffwechsel prüfen
Senior-Katze verliert GewichtBlut + Urin + T4Niere, Leber, Diabetes, Entzündung und Hyperthyreose abklären
Welpe mit Erbrechen und DurchfallKot + Parvovirus-Test + Blut bei SchwächeParasiten, Infektionen und Austrocknung suchen
Neuer oder wachsender KnotenZytologie, manchmal BiopsieEntzündung, Zyste, Infektion oder Tumor unterscheiden
Anhaltender Husten oder komische AtmungUntersuchung + Thoraxröntgen + Herztests falls nötigAtemwege, Herz oder andere Ursachen unterscheiden
Lahmheit oder BewegungsschmerzOrthopädische Untersuchung + Röntgen falls nötigVerletzung, Arthrose, Fraktur oder Gelenkproblem lokalisieren
Wiederholte Ohr- oder HautinfektionenZytologie + Kultur in ausgewählten FällenKeime, Entzündung und geeignete Therapie erkennen

Wann du nicht warten solltest

Du musst nicht wissen, welcher Test nötig ist, um rechtzeitig zu handeln. Suche dringend Hilfe bei:

  • Atemnot.
  • Blassen, bläulichen oder sehr weißen Schleimhäuten.
  • Kollaps, Ohnmacht oder Krampfanfällen.
  • Aufgeblähtem, schmerzhaftem Bauch.
  • Starker oder nicht stoppender Blutung.
  • Unfähigkeit zu urinieren, besonders bei Katzen.
  • Erbrechen oder Durchfall mit Blut.
  • Starker Schwäche oder schneller Verschlechterung.

Dann ist das Ziel nicht, zu Hause den Test auszuwählen, sondern eine Klinik zu erreichen, die stabilisieren und diagnostizieren kann.

Die körperliche Untersuchung: nie überflüssig

Vor Bluttest oder Röntgen beginnt der Tierarzt oft mit Schauen, Tasten, Hören und Messen.

Dazu können Gewicht, Temperatur, Herz- und Atemfrequenz, Schleimhautfarbe, Hydratation, Herz und Lunge, Bauch, Haut, Fell, Ohren, Maul, Augen, Gangbild, Schmerz, Körper- und Muskelzustand gehören.

Die Untersuchung ersetzt keine Tests, hilft aber zu entscheiden, welcher Test sinnvoll ist. Blutwerte wegen Gewichtsverlust bedeuten etwas anderes als Blutwerte wegen Erbrechen, Husten, Juckreiz, Fieber oder starkem Durst.

Blutuntersuchung: Blutbild und Biochemie

Eine Blutuntersuchung besteht oft aus Blutbild und Biochemie.

Blutbild

Das Blutbild untersucht:

  • Rote Blutkörperchen: Anämie, Dehydratation oder Sauerstofftransport.
  • Weiße Blutkörperchen: Infektion, Entzündung, Stress, Allergie oder Knochenmarkprobleme.
  • Blutplättchen: Gerinnungsfähigkeit.

Allein liefert es selten die ganze Diagnose. Es gibt Hinweise, die mit Symptomen und anderen Tests interpretiert werden.

Blutbiochemie

Die Biochemie zeigt Hinweise zu Organen und Stoffwechsel: Niere, Leber, Galle, Glukose, Proteine, Elektrolyte und bei Bedarf Bauchspeicheldrüse.

Sie ist hilfreich bei kranken Tieren, Senior-Checks, vor Narkose und zur Kontrolle chronischer Erkrankungen.

Konkrete Beispiele:

  • Hund trinkt viel und uriniert mehr: Blut und Urin prüfen Niere, Glukose und Urinkonzentration.
  • Senior-Katze nimmt trotz Appetit ab: Blutbild, Biochemie, Urin und T4 können nötig sein.
  • Tier vor Operation: Blutwerte können den Narkoseplan verändern.

Bei älteren Hunden passt das zur Pflege im Artikel Alter Hund.

Urinuntersuchung: kleiner Test, viele Informationen

Urin hilft bei Hydratation, Konzentrationsfähigkeit der Niere, Glukose, Ketonen, Protein, Blut, Entzündung, Kristallen, Bakterien und auffälligen Zellen.

Er ist nützlich bei mehr Durst, mehr Urin, Unsauberkeit, Schmerzen beim Urinieren, Blut im Urin, Gewichtsverlust oder Verdacht auf Nierenerkrankung, Diabetes oder Harnwegsinfektion.

Die Probe kann spontan oder steril per Zystozentese gewonnen werden, besonders wenn eine Kultur nötig ist.

Beispiel: Trinkt ein Hund plötzlich viel, zeigt Urin, ob er richtig konzentriert. Zusammen mit hoher Glukose im Blut kann Diabetes abgeklärt werden. Protein, auffälliges Sediment oder niedrige Dichte lenken den Blick auf Nieren oder Harnwege.

Kotuntersuchung: Parasiten, Durchfall und Vorsorge

Kot liefert Informationen über Verdauung und Parasiten. Er wird oft bei Welpen, neu adoptierten Tieren, Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Vorsorge untersucht.

Gesucht werden Parasiten-Eier, Giardia, verborgenes Blut, Verdauungsstörungen und bestimmte Viren, Bakterien oder Parasiten.

Hat dein Hund starken Durchfall, Blut im Kot, Erbrechen, Schwäche oder ist er ein Welpe, warte nicht einfach ab. Manche Erkrankungen schreiten schnell voran. Mehr dazu im Artikel Häufige Hundekrankheiten.

Bildgebung: Röntgen, Ultraschall, CT und MRT

Bildgebung zeigt innere Strukturen ohne Operation.

Röntgen

Röntgen hilft bei Knochen, Gelenken, Frakturen, Brustkorb, Herzgröße, Lunge, Bauch, Fremdkörpern und manchen Massen oder Flüssigkeiten.

Ultraschall

Ultraschall ist besonders nützlich für Bauchorgane und Weichteile: Leber, Milz, Nieren, Blase, Gebärmutter, Prostata, Darm, Bauchflüssigkeit und innere Massen. Er kann auch Probenentnahmen führen.

CT und MRT

CT und MRT liefern mehr Details bei neurologischen Problemen, komplexen Verletzungen, Tumoren, Operationsplanung, schwierigen Frakturen, Nase, Mittelohr oder Wirbelsäule. Viele Tiere brauchen Sedierung oder Narkose.

Zytologie und Biopsie: Zellen oder Gewebe ansehen

Bei Knoten, Hautläsion, Ausfluss, innerer Masse oder abnormer Flüssigkeit kann der Tierarzt Zellen oder Gewebe untersuchen.

Die Zytologie nutzt Feinnadelaspiration, Abklatsch, Geschabsel, Tupfer oder Flüssigkeit und kann Entzündung, Infektion, Allergie oder manche Tumoren anzeigen.

Die Biopsie entnimmt Gewebe für das Labor. Sie ist oft aussagekräftiger bei Tumorverdacht oder komplexen Läsionen.

Praktische Regel: neuer Knoten = Termin; wachsender Knoten = baldiger Termin; blutender, schmerzhafter oder schnell veränderter Knoten = Priorität.

Mikrobiologie: Kulturen und Antibiogramm

Eine Kultur identifiziert Bakterien oder andere Mikroorganismen. Das Antibiogramm zeigt, welche Antibiotika wahrscheinlich wirken.

Das ist nützlich bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, infizierten Wunden, hartnäckigen Ohrenentzündungen, tiefen Hautinfektionen und ausgewählten Atemwegsinfektionen. Antibiotika ohne klare Grundlage können Resistenzen fördern.

Serologie, Schnelltests und PCR

Manche Krankheiten werden über Antigene, Antikörper oder Erbgut nachgewiesen: Parvovirus, Leishmaniose, FeLV/FIV, zeckenübertragene Krankheiten oder gezielte PCR.

Die Ergebnisse hängen von Symptomen, Impfung, Region, Zeitpunkt der Exposition und Probe ab.

Herztests: EKG, Blutdruck und Echokardiografie

Bei Herzgeräusch, Husten, Ohnmacht, Belastungsschwäche, schneller Atmung, Rhythmusstörung oder Rasseprädisposition können Herztests nötig sein.

  • EKG: elektrischer Herzrhythmus.
  • Blutdruck: wichtig bei Nierenerkrankung, feliner Hyperthyreose, Augenproblemen und Senioren.
  • Thoraxröntgen: Herz, Lunge und Stauung.
  • Echokardiografie: Herzultraschall.
  • NT-proBNP: Blutmarker in bestimmten Situationen.

AAHA empfiehlt, bei Senior-Hunden und -Katzen regelmäßig Blutdruck, T4, Blutbild, Biochemie und Urin zu erwägen, immer angepasst an das Tier.

Tests vor Narkose oder Operation

Vor einer Narkose können Untersuchung, Blut, Urin, Gerinnung, Bildgebung oder Herztests empfohlen werden. Sie garantieren kein Nullrisiko, können aber den Plan verändern.

Wann der Tierarzt Tests anfordern kann

Frage nach Tests bei unerklärtem Gewichtsverlust oder -zunahme, mehr Durst oder Urin, wiederholtem Erbrechen oder Durchfall, Blut, anhaltendem Husten, Müdigkeit, Lahmheit, Schmerz, Juckreiz, Wunden, starkem Mundgeruch, Verhaltensänderungen, Krampfanfällen, Ohnmacht, neuen Knoten oder Appetitverlust.

Bei dringenden Zeichen lies den Haustier-Notfallratgeber.

Vorsorgetests: nicht nur bei Symptomen

Tests können auch Vorsorge sein: neu adoptierte Welpen oder Kitten, Jahrescheck, Senior-Tiere, vor Narkose, chronische Krankheiten, Langzeitmedikation oder Reisen in Risikogebiete.

Die Häufigkeit hängt von Alter, Art, Rasse, Symptomen, Vorgeschichte, Lebensstil und lokalen Risiken ab. Mehr dazu im Impfplan für Hunde.

Ergebnisse verstehen, ohne in Panik zu geraten

Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht immer schwere Krankheit. Ein “normaler” Wert schließt nicht immer alles aus.

Frage:

  1. Was bedeutet dieser Wert für mein Tier?
  2. Was ändert sich an Behandlung oder Kontrolle?
  3. Wann sollte er wiederholt werden?
  4. Welche Zeichen soll ich zu Hause beobachten?

Was du zu jedem Test aufbewahren solltest

Bewahre Datum, Grund, Symptome, vollständige Ergebnisse, auffällige Werte, Diagnose oder Verdacht, Behandlung, Kontrolltermin, Empfehlungen und Anhänge auf. Einzelwerte werden erst im Verlauf wirklich verständlich.

Wie Dogtorcito bei Tests und Diagnosen hilft

Dogtorcito ist eine geordnete Gesundheitsakte für dein Tier. Du kannst Laborwerte, Berichte, Symptome, Gewicht, Appetit, Durst, Kot, Medikamente, Erinnerungen und Verläufe festhalten und mit dem Tierarzt teilen.

Ein einzelner Test ist ein Foto. Eine geordnete Akte zeigt den ganzen Film.


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FAQ

Welche tierärztlichen Tests sind am häufigsten?

Körperliche Untersuchung, Blutbild, Biochemie, Urin, Kot, Röntgen, Ultraschall, Zytologie, Kulturen und Schnelltests.

Erkennt eine Blutuntersuchung alles?

Nein. Sie liefert viele Informationen, aber manche Probleme brauchen Urin, Bildgebung, Zytologie, Biopsie, Hormone, Kulturen oder Infektionstests.

Wann braucht mein Hund Blutwerte?

Wenn er krank ist, Gewicht verliert, mehr trinkt, erbricht, Durchfall hat, eine Narkose bekommt, Dauermedikamente nimmt oder Senior wird.

Wozu dient eine Urinuntersuchung?

Sie bewertet Urinkonzentration, Protein, Glukose, Blut, Sediment, Kristalle, Bakterien und Hinweise auf Niere, Blase, Hydratation und Stoffwechsel.

Sind Röntgen und Ultraschall dasselbe?

Nicht genau. Röntgen ist gut für Knochen, Brustkorb, Lunge und Herzgröße. Ultraschall zeigt Weichteilorgane meist genauer.

Quellen

  1. Merck Veterinary Manual. Veterinary Medical Tests. Reviewed/Revised Dec 2025.
    https://www.merckvetmanual.com/special-pet-topics/diagnostic-tests-and-imaging/veterinary-medical-tests

  2. Merck Veterinary Manual. Urinalysis. Modified Jun 2025.
    https://www.merckvetmanual.com/clinical-pathology-and-procedures/diagnostic-procedures-for-the-private-practice-laboratory/urinalysis

  3. Merck Veterinary Manual. Clinical Hematology.
    https://www.merckvetmanual.com/clinical-pathology-and-procedures/diagnostic-procedures-for-the-private-practice-laboratory/clinical-hematology

  4. Merck Veterinary Manual. Clinical Biochemistry.
    https://www.merckvetmanual.com/clinical-pathology-and-procedures/diagnostic-procedures-for-the-private-practice-laboratory/clinical-biochemistry

  5. AAHA. Diagnostic Tests and Recommended Frequencies for Senior Dogs and Cats. 2023 AAHA Senior Care Guidelines. Published Dec 12, 2022.
    https://www.aaha.org/resources/2023-aaha-senior-care-guidelines-for-dogs-and-cats/diagnostic-tests-and-recommended-frequencies-for-senior-dogs-and-cats/

  6. Cornell University College of Veterinary Medicine. Imaging Service.
    https://www.vet.cornell.edu/hospitals/services/imaging-service